Stadt finanziert Klage gegen 290-Millionen-Euro-Grundschuld auf dem Ihme-Zentrum
Die Landeshauptstadt Hannover stellt dem Insolvenzverwalter des Ihme-Zentrums bis zu eine Million Euro als Darlehen zur Verfügung. Das Geld soll eine Klage gegen zwei Grundschulden von Ulrich Marseille finanzieren, die zusammen 290 Millionen Euro betragen. Der Gläubigerausschuss hat den Insolvenzverwalter Dr. Malte Köster am 12. Juni beauftragt, die Grundschulden auf dem Klagewege anzufechten.
290 Millionen Euro — bei einem Objekt, dessen Verkehrswert deutlich darunter liegt. Die Grundschulden auf dem Ihme-Zentrum gehen vermutlich auf spekulative Anleihegeschäfte des früheren Investors Lars Windhorst zurück. Gegen Marseille sind bereits im Zusammenhang mit dem Wallkino in Oldenburg und dem ehemaligen Hotel Lunik in Eisenhüttenstadt Spekulationsvorwürfe laut geworden. Die Stadt hält die Grundschulden für unrechtmäßig.
Solange sie bestehen, blockieren sie jede Entwicklung. „Die immens hohe Grundschuld wirkt wie ein Totalstopp für das Ihme-Zentrum", sagt Kämmerer Axel von der Ohe. Ohne erfolgreiche Anfechtung kein neuer Eigentümer, ohne neuen Eigentümer keine Perspektive.
Oberbürgermeister Belit Onay wird in der Pressemitteilung deutlicher: „Eine Grundschuld in Höhe von 290 Millionen Euro auf dem Ihme-Zentrum ist absurd und nur mit buchhalterischen Taschenspielertricks zwischen Ulrich Marseille und Lars Windhorst zu erklären." Die Ratspolitik unterstütze das Vorgehen mit breiter Mehrheit. „Unsere klare Botschaft lautet: Spekulanten sind in Hannover nicht willkommen."
Ob das volle Darlehen von einer Million Euro ausgeschöpft wird, hängt vom Streitwert ab, den das zuständige Gericht noch festlegen muss. Die Stadt sieht das Ausfallrisiko als gering an — der Massekredit hat in der Rangordnung Vorrang.
Am Donnerstag, dem 25. Juni, soll der Verwaltungsausschuss und Rat der Landeshauptstadt über die entsprechende Drucksache entscheiden.
Quelle: Landeshauptstadt Hannover