Zwei neue Stadttafeln erinnern an jüdisches Leben an der Strangriede
Am jüdischen Friedhof An der Strangriede erinnern seit heute zwei neue Stadttafeln an die Geschichte des Friedhofs und an die Verfolgung hannoverscher Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus. Oberbürgermeister Belit Onay und Michael Fürst, Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, haben die Tafeln zum 85. Jahrestag der sogenannten „Aktion Lauterbacher" enthüllt. Im September 1941 wurden rund 1.200 hannoversche Jüdinnen und Juden gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen und in Sammelunterkünfte wie das benachbarte Gebäude An der Strangriede 55 umzuziehen — eine Vorstufe der späteren Deportationen.
Der Friedhof selbst wurde zwischen 1858 und 1864 nach Plänen des Architekten Edwin Oppler angelegt. Mehr als 2.500 Grabstätten sind erhalten. Die Tafeln sind Teil des überarbeiteten städtischen Stadttafelprogramms, die Texte stammen von den Historiker*innen Marlis Buchholz und Peter Schulze.
Quelle: Landeshauptstadt Hannover