Rat fordert zwei Milliarden Euro vom Bund für den Ausbau des Hauptbahnhofs

Teilen
Rat fordert zwei Milliarden Euro vom Bund für den Ausbau des Hauptbahnhofs
Foto: Der Hauptbahnhof, morgens. / CC BY SA 4.0

Grüne, Volt, Piraten und CDU fordern in einem gemeinsamen Dringlichkeitsantrag die Bundesregierung auf, den Ausbau des hannoverschen Hauptbahnhofs zu finanzieren. Zwei zusätzliche Gleise, ein neuer Bahnsteig, geschätzte Kosten: rund zwei Milliarden Euro. Das Geld soll ab 2027 aus dem Sondervermögen für Infrastruktur kommen.

Dass Grüne und CDU gemeinsam einen Antrag stellen, kommt im Rat nicht alle Tage vor. In diesem Fall sind sich beide Seiten einig: Der Hauptbahnhof braucht mehr Kapazität. Täglich nutzen ihn mehr als 260.000 Reisende, rund 750 Fern- und Regionalzüge halten hier. Die Erweiterung gilt als Voraussetzung für den Deutschlandtakt — den geplanten 30-Minuten-Rhythmus zwischen den großen Metropolen.

Das Problem: Der Bund zahlt gerade nicht. Laut einer kleinen Anfrage der grünen Bundestagsfraktion stellt das Bundesverkehrsministerium derzeit kein Geld für die Fortsetzung der Planung bereit. Dabei hatte die Deutsche Bahn das Großprojekt noch im März öffentlich vorgestellt und als „zwingend notwendig für zuverlässigere und pünktlichere Züge" bezeichnet. Bei der sogenannten Fulda-Konferenz 2026 — dort verteilen Bund, Bahn und Eisenbahnbundesamt die Infrastrukturmittel — wurde ab 2027 kein Budget für Hannover eingeplant.

Auch die Masterplanung für das nördliche Bahnhofsviertel hängt daran. Die Ratsversammlung hatte den Plan im September 2025 einstimmig beschlossen. Ohne den Gleisausbau fehlt ihm die Grundlage.

Der Antrag geht jetzt durch Verwaltungsausschuss und Ratsversammlung. Beschlossen werden soll er als Dringlichkeitsantrag — ob der Bund das ähnlich dringlich sieht, steht auf einem anderen Blatt.

Quelle: Ratsinfo Hannover, Drucksache 1446/2026