Neues Buch erinnert an die Frauen des KZ-Außenlagers Limmer

Neues Buch erinnert an die Frauen des KZ-Außenlagers Limmer
Foto: Tim Rademacher / CC BY SA 4.0

Zwischen Juni 1944 und April 1945 waren mehr als tausend Frauen im KZ-Außenlager in Limmer inhaftiert. Französische Résistance-Kämpferinnen. Während des Warschauer Aufstands verhaftete Polinnen. Soldatinnen der Roten Armee, sowjetische Zivilistinnen, Romnja aus dem Baltikum. Sie schufteten bei Continental und den Brinker Eisenwerken.

Viele Überlebende schrieben nach der Befreiung auf, was ihnen passiert war. Die meisten dieser Berichte lagen bis jetzt nicht auf Deutsch vor. Ein neuer Quellenband macht sie achtzig Jahre später zugänglich.

Das Buch ist das Ergebnis von achtzehn Jahren Arbeit. Der Arbeitskreis „Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer" beschäftigt sich seit 2008 ehrenamtlich mit der Geschichte des Lagers. Die Herausgeber Horst Dralle, Matthias Waselowsky und Sebastian Winter haben Archive ausgewertet und Kontakte zu Überlebenden und ihren Angehörigen geknüpft.

„Zu lange war in unserer Stadt kaum bekannt, dass es auch in Hannover Konzentrationslager gab", sagt Oberbürgermeister Belit Onay. Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers in der heutigen Wasserstadt steht seit 1987 ein Mahnmal. Ein Gedenkort ist in Planung.

Die öffentliche Buchvorstellung findet am 14. April um 18 Uhr im ZeitZentrum Zivilcourage statt, Theodor-Lessing-Platz 1a.

Horst Dralle, Matthias Waselowsky, Sebastian Winter (Hrsg.): „… nichts wird wie vorher sein." Ehemalige Gefangene des KZ-Außenlagers Conti-Limmer in Hannover berichten. Aschendorff Verlag, 488 Seiten, 29,90 Euro.

Quelle: Landeshauptstadt Hannover

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