Nach Microsoft-365-Stopp: Hannover stellt Schul-IT komplett auf den Prüfstand

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Nach Microsoft-365-Stopp: Hannover stellt Schul-IT komplett auf den Prüfstand
Foto: Eine Schule. / CC BY SA 4.0

Kurz vor den Osterferien hat die Stadt Hannover Microsoft 365 an ihren Schulen abgeschaltet. Der Grund: Die datenschutzrechtlichen Grundlagen reichen nicht aus. Eine ergänzende vertragliche Vereinbarung, die den Einsatz im schulischen Kontext absichern würde, fehlt. Am Mittwoch hat die Verwaltung eine Drucksache in den Schul- und Bildungsausschuss eingebracht, die das weitere Vorgehen skizziert — abschließend beraten wurde sie noch nicht.

„Ich habe bewusst die Reißleine gezogen", sagt Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender. Das klingt nach Krise, ist aber der Plan: Statt das Microsoft-Projekt nachzubessern, will die Stadt die gesamte Schul-IT systematisch aufarbeiten und neu aufstellen.

Konkret soll zunächst das bisherige Microsoft-365-Projekt analysiert werden. Darauf aufbauend will die Verwaltung Vorschläge erarbeiten, welche digitalen Anwendungen künftig zum Einsatz kommen — Alternativen zu Microsoft ausdrücklich eingeschlossen. Neben den Bereichen Schule und Personal sollen auch externe Jurist*innen eingebunden werden. Schulen, Eltern- und Schülervertretungen bekommen Beteiligungsformate.

Der Unterricht läuft derweil weiter. IServ, WebWeaver und andere bestehende Systeme stehen den Schulen zur Verfügung. Niemand muss zurück zur Kreidetafel.

Parallel lässt die Stadt die Organisation der Schul-IT insgesamt extern untersuchen: Abläufe, Wirtschaftlichkeit, Personalstruktur, Qualität der IT-Services. Ein erster Zwischenstand soll nach der Sommerpause kommen. Innerhalb von sechs Monaten will die Verwaltung konkrete Vorschläge für eine datenschutzkonforme und praxistaugliche Schul-IT vorlegen.

Sechs Monate. In Hannover gilt das als ambitioniert.

Quelle: Landeshauptstadt Hannover

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