Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer: Standort steht fest, Zeitplan nicht

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Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer: Standort steht fest, Zeitplan nicht
Foto: Bronzetafel, Limmer. / CC BY SA 4.0

Der Stadtbezirksrat Linden-Limmer hat am Dienstag über den Stand des geplanten Mahnmals für das ehemalige Frauen-KZ in Limmer beraten. Die Verwaltung antwortete auf eine Anfrage der Fraktion SGLL. Kurz gefasst: Der Ort ist klar, der Zeitpunkt nicht.

Das Mahnmal soll rund 40 Meter nördlich des heutigen Gedenksteins entstehen — an der früheren nordöstlichen Ecke des KZ-Lagers. Wann gebaut wird, hängt vom Fortschritt des Uferparks und dem Baufeld 11 ab. Einen konkreten Termin nannte die Verwaltung nicht.

Zwischen Juni 1944 und April 1945 waren mehr als tausend Frauen im KZ-Außenlager in Limmer inhaftiert. Französische Résistance-Kämpferinnen, polnische Frauen, Soldatinnen der Roten Armee, sowjetische Zivilistinnen, Romnja aus dem Baltikum. Sie leisteten Zwangsarbeit bei Continental und den Brinker Eisenwerken. Seit 1987 erinnert ein Gedenkstein an das Lager.

Der bestehende Gedenkstein mit seinen Inschriften ist im Gestaltungsplan für den neuen Gedenkort bereits vorgesehen. Was mit der 2015 aufgestellten Informationstafel passiert, will die Verwaltung noch mit dem Arbeitskreis klären. Der künftige Gedenkort soll drei Informationstafeln und QR-Codes mit digitalen Quellen erhalten. Er ist so konzipiert, dass dort Gedenkveranstaltungen stattfinden können.

Im März 2026 erschien der Quellenband „… nichts wird wie vorher sein. Ehemalige Gefangene des KZ-Außenlagers Conti-Limmer in Hannover berichten" — 488 Seiten mit Berichten ehemaliger Häftlinge, die größtenteils erstmals auf Deutsch vorliegen. Die Berichte sollen über die QR-Codes am Gedenkort zugänglich gemacht werden.

Quelle: Beschlussdrucksache 15-0636/2026 F1, Stadtbezirksrat Linden-Limmer