Hannover feiert 120 Jahre Hannah Arendt — mit Programm ab April
Hannah Arendt wurde vor 120 Jahren in Linden geboren. Die Stadt nimmt das zum Anlass für eine Veranstaltungsreihe, die bereits im April beginnt — ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Geburtstag am 14. Oktober.
Den Auftakt macht ein Vortrag am 9. April um 18 Uhr im Museum August Kestner. Thema: ein weniger bekanntes Kapitel aus Arendts Biografie. Die Historikerin Silke Bremer und der Provenienzforscher Dr. Johannes Schwartz sprechen über Arendts Rolle in der „Jewish Cultural Reconstruction Inc." (JCR) — einer Organisation, die ab 1947 im Auftrag internationaler jüdischer Organisationen erbenlose jüdische Kulturgüter in der US-amerikanischen Besatzungszone sicherte.
Arendt übernahm 1949 die Geschäftsführung der JCR. In den Jahren 1949 und 1950 bereiste sie Deutschland, auch die britische Besatzungszone — unter anderem Hamburg und Hannover. Die Suche nach NS-Raubgut führte sie also zurück in ihre Geburtsstadt.
Oberbürgermeister Belit Onay nennt Arendts Werk „aktueller denn je" und verweist auf ihre Appelle für unabhängiges Denken und gemeinsames Handeln — „gerade in Zeiten des Erstarkens autoritärer Systeme". Das Programm läuft unter dem Arendt-Zitat „stop and think", was als Einladung zum Innehalten und zum Diskurs über Freiheit und Demokratie gemeint ist.
Die „Hannah Arendt Tage" umfassen Theateraufführungen, Kinofilme, Vorträge, Diskussionen und Schreib-Workshops. Das vollständige Programm gibt es auf der Website der Stadt Hannover.
Quelle: Landeshauptstadt Hannover