Hannover 96 zeigt erstmals die Viktoria von 1938 — und stellt sich der Geschichte

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Hannover 96 zeigt erstmals die Viktoria von 1938 — und stellt sich der Geschichte
Foto: Das Stadion. / CC BY SA 4.0

Hannover 96 hat seine Trophäensammlung vervollständigt. Zum 130-jährigen Vereinsjubiläum besitzt der Klub nun auch die Viktoria — jene geflügelte Frauenfigur, die von 1903 bis 1944 als Deutsche Meisterschaftstrophäe vergeben wurde. 96 hatte sie 1938 gewonnen, besaß das Stück aber bis dato nicht.

Am 30. April stellt der Verein die Trophäe erstmals öffentlich vor, ab 19 Uhr im Businessbereich der Heinz von Heiden Arena. Einlass ab 18:30 Uhr, Platz für 350 Personen. Tickets kosten 8,96 Euro für Mitglieder, 12,04 Euro für alle anderen — nur im Vorverkauf.

Meisterschaft im Schatten des Regimes

1938 gewann 96 die Gauliga Niedersachsen, schlug im Halbfinale den Hamburger SV und besiegte im Berliner Finale den FC Schalke 04. Sportlich eine Sensation. Politisch nicht davon zu trennen.

Archivleiter Jannis Busse formuliert es so: Die damalige sportliche Sensation könne nicht isoliert betrachtet werden, da sie unter nationalsozialistischer Herrschaft stattfand — Sport bereitete junge Spieler auf den Wehrdienst vor. Jüdische Mitglieder waren zu diesem Zeitpunkt längst aus dem Verein ausgeschlossen.

Der Verein will die Beschaffung der Viktoria zum Anlass nehmen, sich mit der eigenen Geschichte in der NS-Zeit auseinanderzusetzen. Neben der Trophäenpräsentation soll der Abend am 30. April auch diese historische Einordnung liefern. Verantwortlich für die Archivarbeit sind neben Busse auch Christoph Lahner und Hans-Heinrich Kellner.

Eine Trophäe aufstellen ist einfach. Die Geschichte dahinter auszuhalten, weniger.

Quelle: hannover96.de

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