Hannover 96 vervollständigt seine Trophäensammlung — und stellt sich der Geschichte dahinter

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Hannover 96 vervollständigt seine Trophäensammlung — und stellt sich der Geschichte dahinter
Foto: Das Stadion, an die Wand. / CC BY SA 4.0

Hannover 96 hat am Donnerstag in der Heinz von Heiden Arena eine Nachbildung der Viktoria präsentiert, die der Verein für die Deutsche Meisterschaft 1938 erhielt. Neben der Meisterschale und dem DFB-Pokal besitzt der Klub damit alle drei großen Trophäen seiner Vereinsgeschichte. Das Ganze passend zum 130-jährigen Jubiläum.

Die Viktoria — eine Figur der Siegesgöttin — wurde seit 1903 an den Deutschen Meister vergeben, allerdings nur leihweise für ein Jahr. 96 hat sich jetzt eine Replik gesichert. Bei der Vorstellung vor Fans und Mitgliedern ging es aber nicht um den Pokal allein.

4:3 nach Verlängerung, 90.000 Zuschauer, Olympiastadion

In der Saison 1937/38 schlug Hannover 96 den FC Schalke 04 im Wiederholungsspiel des Endspiels im Berliner Olympiastadion — 4:3 nach Verlängerung, vor über 90.000 Zuschauern. Es war der bis heute größte sportliche Erfolg des Vereins.

Vereinsarchivar Jannis Busse ordnete den Titel bei der Veranstaltung historisch ein. Die Meisterschaft, so Busse, „darf nicht ohne Einbeziehung der politischen Bedingungen betrachtet werden."

Arierparagraph ab 1934

96 führte den sogenannten Arierparagraphen zum 1. Januar 1934 ein. Jüdische Mitglieder wurden ausgeschlossen — unter ihnen Robert Rosenbaum, der 1931 noch die Finanzierung des Vereinsheims ermöglicht hatte. Durch die Aktivitäten der Hitlerjugend verlor der Verein rund 30 Prozent seiner Jugendmitglieder.

Die Veranstaltung, geleitet von Busse und den Archiv-Mitverantwortlichen Christoph Lahner und Hans-Heinrich Kellner, stellte diese Zusammenhänge bewusst in den Mittelpunkt. Ein Pokal aus dem Jahr 1938 steht nicht für sich allein. Der Verein macht das deutlich, achtundachtzig Jahre später.

Quelle: hannover96.de