CDU will Standortangebot für VW-Werk Stöcken — bis Januar 2027

Teilen
CDU will Standortangebot für VW-Werk Stöcken — bis Januar 2027
Foto: Haltestelle Stöcken. / CC BY 4.0

Die CDU-Fraktion im Rat hat einen Dringlichkeitsantrag eingereicht: Die Stadtverwaltung soll gemeinsam mit der Region Hannover und dem Land Niedersachsen ein konkretes „Standortangebot Hannover-Stöcken" erarbeiten. Frist: 31. Januar 2027. Adressat: die Konzernspitze von Volkswagen.

Der Hintergrund ist bekannt. Am 3. September hat der VW-Aufsichtsrat den „Zukunftsplan 2030" beschlossen. Bis Ende Juni 2027 soll ein Konzept für die europäische Produktionsstruktur stehen. Für mehrere deutsche Werke — darunter Hannover-Stöcken — kann der Konzern derzeit keine wettbewerbsfähige Anschlussbelegung garantieren. Die Formulierung „alternative Nutzungen prüfen" klingt nach Offenheit. Sie klingt aber auch nach Abschied.

Die CDU-Fraktion will, dass Hannover nicht wartet, bis Wolfsburg entscheidet. Die Stadt soll stattdessen bündeln, was sie selbst beeinflussen kann: Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen, Flächen entwickeln, Verkehrs- und Schienenanbindung verbessern, Energielösungen mit enercity organisieren, Fördermittel einwerben. Auch Hannovers Rolle als Erprobungsstandort für autonomes Fahren soll ins Paket — der ID. Buzz wird in Stöcken gebaut, die autonome Serienproduktion ist dort geplant.

Das Standortangebot soll laut Antrag 1855/2026 keine unverbindliche Absichtserklärung sein, sondern ein Maßnahmenpaket mit Zuständigkeiten, Zeitplänen, Kosten und Förderzugängen. Erarbeitet im Dialog mit VW Nutzfahrzeuge, dem Betriebsrat und der IG Metall. Was davon tatsächlich entscheidungsrelevant ist, soll sich aus den konkreten Anforderungen des Konzerns ergeben.

Am Werk Stöcken hängt mehr als die Belegschaft im Werk selbst. Zulieferer, Dienstleister, regionales Handwerk — die übliche Kette, die reißt, wenn das letzte Glied wegfällt.

Ganz neu ist die politische Positionierung nicht. Schon im September 2024 bekannte sich der Rat einstimmig zum Standort. 2025 folgte das „Hannover-Signal" von Stadt, Region und Gewerkschaften. Die CDU argumentiert jetzt: Aus allgemeinen Bekenntnissen müssen überprüfbare Beiträge werden. Bekenntnisse baut man nicht in Autos ein.

Der Antrag geht durch mehrere Ausschüsse — Haushalt, Wirtschaft, Verwaltungsausschuss — und dann in die Ratsversammlung. Die Ergebnisse sollen den Ratsgremien vorgestellt werden, bei Bedarf in nichtöffentlicher Sitzung.

Quelle: Ratsinformationssystem, Antrag 1855/2026