90 Hektar ehemaliges Raffineriegelände: Misburg plant sein neues Viertel
Die Stadt Hannover lädt am Montag, 22. Juni, zur ersten öffentlichen Beteiligungsveranstaltung für das sogenannte Deuner-Viertel ein. Ab 19 Uhr können sich Bürgerinnen und Bürger im Bürgerhaus Misburg (Seckbruchstraße 20) über die Masterplanung für das rund 90 Hektar große ehemalige Raffineriegelände der Deurag-Nerag GmbH informieren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung unter mitreden-hannover.de möglich, aber nicht nötig.
Das Format heißt Zukunftswerkstatt — was nach Flipcharts und Moderationskarten klingt, soll diesmal aber tatsächlich Substanz haben. Nach einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Belit Onay stellen Stadtverwaltung und das niederländische Planungsbüro KCAP den aktuellen Stand der Masterplanung vor. Danach gibt es Themenstationen, an denen man mit den Planenden ins Gespräch kommen kann.
Was dort eigentlich liegt
Das Gelände in Misburg wurde bis Mitte der 1980er-Jahre als Raffinerie betrieben. Nach der Stilllegung wurden die oberirdischen Anlagen zurückgebaut. Heute ist das Areal gesichert und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich — 90 Hektar Brachfläche zwischen Wohngebiet und Mittellandkanal.
Stadt und Deurag-Nerag prüfen seit 2024 gemeinsam, ob und wie das Gelände nachgenutzt werden könnte. Denkbar sind Wohnungen, Gewerbe, Grünflächen. Bis 2028 sollen die Grundlagen für eine Entscheidung stehen, der Masterplan selbst soll Mitte 2027 fertig sein.
Altlasten, Kampfmittel, Artenschutz
Ob aus den Plänen etwas wird, hängt von den laufenden Untersuchungen ab. Gutachten zu Altlasten, Kampfmitteln, Natur- und Artenschutz, Verkehr und Schall sind in Arbeit. Sollten Stadt und Eigentümerin sich für eine Entwicklung entscheiden, käme erst eine mehrjährige Sanierungsphase — bevor der erste Bagger für Neubau anrückt.
Neben der Zukunftswerkstatt sind zwei weitere öffentliche Veranstaltungen und digitale Beteiligungsformate geplant.
90 Hektar sind ungefähr 126 Fußballfelder. Was daraus wird, entscheidet sich frühestens in zwei Jahren.
Quelle: Landeshauptstadt Hannover