500 Smartphones auf Stadtkosten bestellt — niemand hat's gemerkt

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500 Smartphones auf Stadtkosten bestellt — niemand hat's gemerkt
Foto: Das Neue Rathaus, von der Waterloostraße. / CC BY SA 4.0

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Stadtverwaltung Hannover soll über mehrere Jahre hinweg rund 500 Mobiltelefone auf Rechnung der Stadt bestellt haben. Keines davon tauchte im Verwaltungsbestand auf. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugsverdachts, der Schaden liegt laut Ratsanfrage im sechsstelligen Bereich.

Die CDU-Fraktion hat dazu am Mittwoch eine Anfrage an die Ratsversammlung gestellt — mit Fragen, die sich die Verwaltung vermutlich auch selbst stellt. Oder stellen sollte.

Automatisierte Lastschrift, minimale Kontrolle

Der mutmaßliche Trick war nicht besonders raffiniert: Die Bestellungen liefen über ein separates Konto per automatisiertem Lastschriftverfahren. Die regulären Kontrollprozesse griffen nicht. Dass über Jahre hunderte Geräte bei einem Mobilfunkanbieter auf Stadtkonto geordert wurden, fiel schlicht nicht auf.

Besonders pikant: Das Rechnungsprüfungsamt — also genau die Stelle, die solche Fälle entdecken soll — erfuhr von der Sache erst aus den Medien. Die städtische Prüfungsordnung sieht eigentlich vor, dass bei dolosen Handlungen intern informiert wird. Eigentlich.

Drei Fragen, null Antworten

Die CDU will von der Verwaltung wissen: Welche organisatorischen, technischen oder personellen Mängel haben den Betrug über Jahre ermöglicht? Warum wurde das Rechnungsprüfungsamt nicht wie vorgeschrieben informiert? Und welche Maßnahmen plant die Verwaltung — bei automatisierten Zahlungen, Inventarisierung und internen Kontrollen?

Antworten stehen noch aus. Die Anfrage (Drucksache 1048/2026) wird in einer kommenden Ratsversammlung behandelt.

Quelle: Ratsanfrage 1048/2026, CDU-Fraktion

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